Akademisch aufgeblasene Diskussion

So nennt Bruno Barth aus Herzogenrath das, was sich einige mit der deutschen Sprache leisten. Hier sein Leserbrief:

Bruno Barth aus Herzogenrath hält manche identitätspolitische Diskussion für Realsatire:

Ich gebe Wolfgang Thierse (SPD) zu 100% recht. „Die Reinigung von Geschichte war bisher Sache von autoritären Regimen, religiös-weltanschaulichen Fanatikern“, so verkürzt sein Aussage.

Sein Kritiker Kevin Kühnert hat es im „richtigen Leben“ zu nichts gebracht, sein Markenzeichen ist ein abgebrochenes Studium und eine „Karriere“ bei einem Call-Center. Er fühlt sich berechtigt, Wolfgang Thierse wegen seiner Kritik an der „Identitätspolitik“ der SPD anzugreifen.

Das ist aber nicht mal in erster Linie ein SPD-Problem. Manche Zeitgeist-Diskussionen erinnern mich eher an Realsatire. Ein Café „Zum Mohren“ muss umbenannt werden, weil rassistisch; das Studentenwerk heißt jetzt Studierendenwerk, weil sonst frauenfeindlich. Öffentliche Stellenausschreibungen nur noch mit Gendersternchen.

Märchen und historische Texte sollen umgeschrieben werden. „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“: Oh je, da muss ich beim Vorlesen jetzt bestimmte Stellen weglassen oder verändern. Das Ganze ist in meinen Augen das Ergebnis einer akademisch aufgeblasenen Diskussion in bestimmten Kreisen.

Einer Verkäuferin, einer Altenpflegerin, einer Arbeiterin ist es wahrscheinlich egal, ob sie wie bisher zum Arzt oder zur ArztIn geht. Wichtig für sie ist, dass sie für ihre Arbeit endlich angemessen bezahlt wird! Darum sollte sich die Politik kümmern! „
(Quelle: AZ vom 31.03.2021)

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