Archiv: Samstag, 13. August 2011

Es war dieses Foto in meinem Arena-Schülerkalender von 1963, mit der Untertitelung “Auf dem Weg von Deutschland nach Deutschland erschossen”, das mir den Wahnsinn der Mauer in Berlin, die heute vor 50 Jahren errichtet worden ist, ins Gedächtnis eingebrannt hat. 18 Jahre jung war Peter Fechter erst, der auf der Mauerkrone liegen gelassen wurde und verblutet ist. Heute weiß man, dass ihm auch nicht mehr hätte geholfen werden können, wenn er sofort in ärztliche Obhut gekommen wäre, denn seine Hauptschlagader im Unterleib war durch einen der Schüsse zerfetzt worden. Peter Fechter starb am 17. August 1962, ein Jahr nach dem Mauerbau, er ist damit eines der offiziell gezählten 136 Maueropfer. Das letzte Opfer, das durch Schüsse an der Mauer starb, war ein nicht viel älterer junger Mann, Chris Gueffroy, wenige Monate vor der Maueröffnung am 9. Nov. 1989.
Allein dieses Bauwerk sowie der immer weiter perfektionierte Todesstreifen durch Deutschland lassen für mich kein anderes Urteil zu als das, was ich in der Überschrift getitelt habe: Die DDR war eine Diktatur und damit ein Unrechtsstaat. Jede Verharmlosung durch “ostalgische” und gar lustige Filme etc. greifen völlig daneben, führen aber dazu, dass vor allem junge Deutsche überhaupt nicht mehr wissen, dass die DDR als System schlecht war. Der Teil der LINKEN sollte sich schämen, der an der Mauer heute noch festhält und sie als “alternativlos” ansieht.

