Archiv: Donnerstag, 31. Dezember 2009
Besonders als “Edukator” finde ich mich oft in den satirischen Monatssrückblicken des ehemaligen Kollegen Wendelin Haverkamp aus Aachen wieder; der Auszug aus der heutigen AZ:
“Satire
Entschlackung für alle: Wir standen vor Bouillon und hatten keinen Löffel
Wendelin Haverkamp
Der endgültige Monatsrückblick aus dem Westzipfel
Das Jahr geht zuende, und es gab auch Erfreuliches zu vermelden. [...]
Die Theorie lautet: Weniger Stoff macht weniger Schlacke macht weniger Verstopfung. Gut ham’s die kleinen Idioten, hieß es früher schon; auf Ackermann-Deutsch: Je fachidiotischer und jünger das Humankapital, um so effizienter seine Verwertung. Folgerichtig tauchte die „Entschlackung“ zuerst an den Schulen auf. Als man dort trotz steigender Lebensarbeitszeit, also gegen jede Vernunft, ein Schuljahr (G8) abknapste, um die Lobby der Wirtschaftsverbände zu erfreuen, die übrigens OECD heißt, musste man den Schülern in verkürzter Zeit die gleiche Menge Stoff verabreichen. Das war mehr, als digital bereits schwer angeschlagene Edukanden verkraften können, und führte zu didaktischer Obstipation mit starker Schlackenbildung im Hirn.
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