Archiv: Dezember 2009
Besonders als “Edukator” finde ich mich oft in den satirischen Monatssrückblicken des ehemaligen Kollegen Wendelin Haverkamp aus Aachen wieder; der Auszug aus der heutigen AZ:
“Satire
Entschlackung für alle: Wir standen vor Bouillon und hatten keinen Löffel
Wendelin Haverkamp
Der endgültige Monatsrückblick aus dem Westzipfel
Das Jahr geht zuende, und es gab auch Erfreuliches zu vermelden. [...]
Die Theorie lautet: Weniger Stoff macht weniger Schlacke macht weniger Verstopfung. Gut ham’s die kleinen Idioten, hieß es früher schon; auf Ackermann-Deutsch: Je fachidiotischer und jünger das Humankapital, um so effizienter seine Verwertung. Folgerichtig tauchte die „Entschlackung“ zuerst an den Schulen auf. Als man dort trotz steigender Lebensarbeitszeit, also gegen jede Vernunft, ein Schuljahr (G8) abknapste, um die Lobby der Wirtschaftsverbände zu erfreuen, die übrigens OECD heißt, musste man den Schülern in verkürzter Zeit die gleiche Menge Stoff verabreichen. Das war mehr, als digital bereits schwer angeschlagene Edukanden verkraften können, und führte zu didaktischer Obstipation mit starker Schlackenbildung im Hirn.
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Diesmal habe ich mal gezählt: Seit dem letzten Jahresrückblick habe ich in 92 kürzeren oder längeren Beiträgen meiner kleinen (und potentiell weltweiten) Lesergemeinschaft mitgeteilt, was mich so beschäftigt hat. Es ist immer wieder interessant, im Rückblick nochmal Dinge in Erinnerung zu rufen, die man selbst schon wieder beiseite gekramt hat (was zum Teil ja auch besser so ist, vor allem bei ärgerlichen Erlebnissen).
Besonders erfreulich waren die Erfahrungen und Erlebnisse im familiären Bereich: Die Geburtstage unserer beiden Enkel, die geschaffte Prüfung und Festanstellung unseres Jüngsten, dann auch die (Kurz-)Urlaube in Berlin, Vlissingen, Bansin und Fischen-Langenwang; mit dazu gehören die regelmäßigen Treffen und Touren mit unserem Freundeskreis.
Die “große Politik” habe ich selbstverständlich auch wieder kommentiert, dabei vor allem die Wahlen (Europaparlament, Kommunal- und Bundestagswahlen). Ansonsten treiben mich offensichtlich schönes Sonnenwetter und faszinierende Technik zum Schreiben an, ebenso wie kulturelle Erlebnisse (Kino, Musik, Karneval). Dass ich mir auch hin und wieder den aktuellen Ärger von der Seele schreibe, soll hier aber nicht vertieft werden.
Denn ich bleibe meiner Grundhaltung treu, und die ist optimistisch, positiv und im Herzen fröhlich. Also, den Blick nach vorn gerichtet, hoffe ich auf ein gutes neues Jahr, mit mehr guten als schlechten Erfahrungen. Genau das wünsche ich auch all meinen treuen (und sporadischen) Lesern.
An solchen Daten sieht man, wie die Zeit vergeht. Heute sind wir schon 33 Jahre verheiratet und haben immer noch nicht genug von einander. Gerade in den letzten Tagen habe ich wieder erfahren können, was für ein Wert das für mich ist. Und ebenso wie im letzten Jahr (s.u.) feiern wir das mit Ausessen und Kinobesuch.
[Nachtrag] Das Essen im “Georgos” war sehr lecker (köstlicher Vorspeisenteller, anschl. Hirsch bzw. Wildschein); der Film “Zweiohrküken” hat uns doch besser gefallen, als die Kritiken es erwarten ließen.
Normalerweise wird der vereinsinterne Sprintpokal im Frühsommer ausgeschwommen. Da aber in diesem Jahr die Halle zu diesem Zeitpunkt geschlossen war, fand der Wettkampf jetzt statt. Am Montag standen 50 m Brust und Schmetterling auf dem Programm, am heutigen Mittwoch Freistil (Kraul) und Rücken. Motiviert mitzumachen war ich auch deshalb, weil meine Konkurrenten in der Altersklasse 50 (geht von 50-54!) nicht am Start waren (soviel olympischen Geist hab ich eben nicht mehr). Außer Freistil waren mir die Zeiten ziemlich egal, aber die beim letzten Mal erreichten 0:33,00 Min wollte ich doch annährend packen, zumal ein Schwimmkollege aus Würselen, der morgen 67 wird, bei den NRW-Senioren-Masters kürzlich eben diese Marke erreicht hatte. Es hat gereicht: 0:33,18 wurden gestoppt. Dass ich nach den 50 m Rücken ziemlich platt war, ist wohl klar, aber es war auch nochmal schön, bis an die körperlichen Grenzen zu gehen und beruflichen Frust abzuladen.
Nach einem sehr unerfreulichen Ende der Arbeitswoche war es schön und wohltuend, im Kreis meiner Lieben und guten Freunde fröhlich zu feiern und zu lachen, lecker zu essen und zu süppeln. Ein Glück, dass ich das habe!
Der Rückblick am frühen Morgen auf den Abend zuvor lässt die Wertung zu: Es war ein guter Aachen-Abend, erstens weil die Alemannia tatsächlich gewonnen hat in Fürth, zweitens aber, weil wir wieder bei einem tollen Jazz-Konzert der Aachen-Bigband waren. Neben der musikalischen Seite (das ist einfach auch meine Musik) ist es die gesellige, die da im “Franz” am Marschiertor zu schönen Begegnungen führt. Ich hab mehrere ehemalige Schülerinnen und Schüler vom “Ritze” in Stolberg getroffen, aber auch andere nette Leute, die denselben Musikgeschmack haben. Im zweiten Teil des Konzerts gab es übrigens auch ver-jazzte Weihnachtslieder. Et wor schönn!
Wen’s interessiert: Die Aachen-Bigband spielt jeden ersten Montag im Monat kostenlos im “Franz”, in der Regel mit Special-Guests, und immer mit anderen Stücken.
Erstmals gab es in diesem Jahr für unsere Enkel den echten Schoko-Nikolaus, getreu meines Mottos “Weihnachstmannfreie Zone” (siehe rechts).
Den Kindern hat’s gefallen:
Die beiden ersten Nachrichten heute Mittag auf WDR 2 fand ich persönlich sehr erfreulich: 1. Der zweite Ausbrecher von Aachen ist auch wieder hinter Gittern; der ausdrückliche Dank des Innenministers Wolf an seine Polizei ist auch nicht die Regel. 2. Das Bundesverfassungsgericht hat den Sonntag weiter geschützt, wie es schon das Grundgesetz vorsieht. Endlich mal eine Bremse für die schleichende DDRisierung unserer Gesellschaft!

