Archiv: Montag, 31. August 2009
Positive Erkenntnis: Der Souverän, also der gemeine Wähler an sich, ist doch schlauer als ich dachte. Er nimmt es Parteien übel, die intern zerstritten sind, siehe die Alsdorfer CDU und die Übach-Palenberger SPD: jeweils der aus dem anderen Lager stammende Kandidat hat die Bürgermeisterwahl gewonnen. Negative Erkenntnis: Es gibt nur noch selten den sog. politischen Anstand: Nur der sächsische SPD-Vorsitzende Jurk hat aus seiner Niederlage die persönliche Konsequenz gezogen, Hut ab! Seine Genossen im Saarland und in Thüringen tun so, als hätten sie gewonnen, und das mit dem stellenweise schlechtesten Ergebnis aller Zeiten. Selbst Herr Steinmeier scheut sich nicht zu behaupten, “die SPD sei zurück”! Wo denn? Lediglich Schwarz/Gelb zu verhindern ist doch keine konstruktive Politik. Auf der anderen Seite fehlt das klare Profil: Wofür steht die CDU/Frau Merkel? – Soziale Marktwirtschaft; Familie als die Keimzelle der Gesellschaft, in der ggf. Kinder auch ohne Abgabe an den Staat erzogen werden und gedeihen, weil diese Familien es so wollen; Fleiß, Heimatliebe, Standfestigkeit in Überzeugungen und Glaube; Bodenständigkeit; soziales Engagement; Traditionspflege… Sie müsste es nur mal sagen. Weder Raubtier-Kapitalismus, noch Sozialismus, sondern die gesunde Mitte. Das würden viele Wähler gutheißen. Aber das bekommt Herr Pofalla nicht auf die Reihe (sowieso ist der weit entfernt davon, Unschlüssige für die CDU zu gewinnen…). Gefreut hat mich, dass in Köln Jürgen Rothers (SPD) gewonnen hat (s.o.: Zerstrittenheit der CDU), und in Aachen nach 20 Jahren SPD-OB Jürgen Linden der junge Marc Philipp (CDU) neuer OB geworden ist: Die Demokratie funktioniert prima.
[Nachtrag aus aktuellem Anlass am 3. Sept.:] Alle Achtung, Herr Althaus! Warum nicht gleich so?

