Archiv: Februar 2009
Unerhört! Da fährt jemand (wohl gestern Abend) den Außenspiegel des Opels ab, den unser Jüngster fährt, und kümmert sich nen Sch… drum, haut einfach ab. Dreckspack!!! Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung und Fahrerflucht erstatten bringt erfahrungsgemäß nix, es bleibt der Ärger.
Die Teile lagen verstreut, hinter dem Nachbarauto auf der gegenüber liegenden Seite die Schale, neben dem Opel direkt das Glasteil, beim Nachbarn 2 Häuser weiter das Innenteil.
Wo leben wir eigentlich hier in NRW? – Da wird tatsächlich ein Kollege zur Bezirksregierung nach Köln einbestellt, weil er eben diese in einem Zeitungsinterview kritisiert hat. Dabei hat er in seiner Funktion als Sprecher des Lehrerrats die Meinung des Kollegiums zum Ausdruck gebracht. Ich hatte noch nach der Veröffentlichung geflachst, ob er denn schon nach Köln zitiert worden wäre, aber das hatte ich nicht ernst gemeint. Jetzt ist es tatsächlich passiert. Ich finde das ungeheuerlich. Wir versuchen, unsere Schüler zu mündigen Staatsbürgern zu erziehen, und mit uns wird so umgesprungen, als lebten wir noch zu Zeiten Bismarcks.
[Nachtrag vom 04.03.09: Es war der berühmte Sturm im Wasserglas, mehr als den gehobenen Zeigefinger wegen zweier zu scharfer Formulierungen gab es nicht; dafür der Aufwand, nach Köln fahren zu müssen. Wird natürlich als Dienstfahrt vergütet! - Köstlich]
Auch wenn das Wetter wieder bescheiden war, wir haben uns die Laune nicht verderben lassen und zusammen dr Zoch jefiert. Vorher hab ich meine bisher besten Quarkpüffelchen gebacken; Glühwein und Bierchen fehlten auch nicht. Und natürlich hab ich wieder de Músik jemacht. Groß und Klein hatten Spaß satt und die Wurfbeute für die Kinder war enorm, ne ganze Bütt voll.
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| Karneval09 |
“[...] Ingo Wolf, der jetzt so arg beschimpfte Landesinnenminister, hat das aber nicht alleine entschieden, sondern die Koalition von CDU und FDP. Ihr kann man tatsächlich einen gewissen Hang zum Dilettantismus nachsagen, ohne dafür eine Beleidigungsklage befürchten zu müssen. Ein Blick in die Landesverfassung und ins Grundgesetz hätte genügt. Denn da steht es: Zwischen Wahl und Konstituierung der Parlamente und Räte dürfen „äußerstenfalls drei Monate liegen“. Vom Wahltermin 7. Juni bis zur Arbeitsaufnahme der neu Gewählten am 21. Oktober liegen aber, das weiß selbst der kleine Hans in der Grundschule, viereinhalb Monate. Da ist er den Strategen von CDU und FDP weit voraus. Rein rechnerisch.
Nun denn: Jetzt wird eben am 30. August gewählt und nicht gemeinsam mit dem Bundestag am 27. September. Was wenig Sinn ergäbe: Die Räte in den Kommunen werden für fünf, die Abgeordneten im Bundestag für vier Jahre bestimmt. Besser ist es da, dauerhaft die Kommunalwahl mit dem alle fünf Jahre stattfindenden Europawahl-Termin zusammenzulegen. In zwei Schritten bis 2014 wird das nun geschehen.
Unterdessen werden wir noch ein paar Tage das Übliche hören: Rücktrittsforderungen, Schuldzuweisungen, es gibt sogar eine SPD-Unterschriftenaktion. Oh je: Jetzt haben wir auch noch eine richtige Wahlkrise.” (aus dem Kommentar des Chefredakteurs Bernd Mathieu, AZ, zum Urteil des Landesverfassungsgerichts über den Kommunalwahltermin).
Mein zuletzt geäußerter Eindruck über die Politik der Landesregierung (s.u.) und die heutige Politikerkaste wird durch diese Angelegenheit ein weiteres Mal bestätigt.
Am Freitagabend waren wir erstmals bei einer Sitzung in Köln live dabei; nicht im Gürzenich oder in der L.-Arena, es war ein kleiner Saal (nur 800 Jecken, im Börsensaal der Handelskammer, die Handelsvertreter waren die Ausrichter). Es war schon ein Erlebnis, die Größen des Kölner Karnevals live zu erleben, die man sonst nur aus dem TV kennt: u.a. die Cheerleader des 1. FCK, Brings, De Räuber, dr bergische Jung Willibert Pauels, Bernd Stelter, Guido Cantz, die Kölner Prinzengarde (“nur” 120 Mann!) und das Dreigestirn. Interessant war, dass zB Stelter die Aufmerksamkeit des Publikums ausdrücklich lobte und der Prinz den traditionellen Karneval beschwor: “wir wollen keinen Ballermann-Fastelovvend”. Besonders toll kam “unser” Hausmann Jürgen Beckers, mein ehemaliger Schüler, an. Es war super, wie schnell die Stimmung im Saal alle ansteckte. Das Ende (im Flur warteten zwei Ex-Höhner auf ihren Auftritt) haben wir nicht mehr mitbekommen, weil wir um 1:17 h den Zug nicht verpassen wollten. Es war jedenfalls ein sehr schöner Abend, den wir wohl wiederholen werden…
Was sich zur Zeit in meinem beruflichen Umfeld abspielt, treibt jedem vernünftigen Menschen, der meint, Demokratie verstanden zu haben, Wut, Enttäuschung und Unverständnis ins Hirn und Herz. Da wird auf der Grundlage eines noch nicht so alten Gesetzes von der Schulkonferenz das Recht wahrgenommen, den Nachfolger des Schulleiters zu wählen; das Gremium entscheidet sich gegen den (einzigen) Kandidaten. Darauf schlägt die Bezirksregierung diesen dennoch dem Schulträger, der Stadt, vor; hier beteuern die verantwortlichen Vertreter, die Entscheidung der Schulkonferenz mitzutragen, um in der entscheidenden Stadtratssitzung dann genau anders zu votieren. Was für eine Farce ist dieses Schulgesetz somit in der Praxis, was sind Politiker heute nur für unberechenbare und unzuverlässige Wesen. Für mich ist dieser Fall ein weiterer Tropfen in das Fass der Enttäuschung über diese Landesregierung und ihre ausführenden Organe. Ob es das Schulgesetz ist oder das Zentralabitur, das Kibiz und die Ganztagsbetreuung, nur Stümperwerk ohne zuende gedachte und vernünftig vorbereitete Gesetzgebung: die da unten machen das schon. Nein, meine lieben Politiker, nicht mit mir. Die nächste Wahl kommt bald.
“Unser” (deutscher) Papst hat einmal mehr meine Erwartungen enttäuscht. Nachdem er vor zwei Jahren mit der Zulassung des tridentinischen Ritus (Messfeier auf Latein, Priester dem Volk abgewandt, wie vor 1965 noch üblich) auch eine alte Karfreitagsfürbitte wieder ermöglicht hat, in der für die Bekehrung der (verstockten) Juden gebetet wird, holt er jetzt vier erzkonservative Bischöfe der “Priesterbruderschaft Pius X.” zurück in die Gemeinschaft der katholischen Kirche. Das allein ist schon Grund zur Frage nach den Motiven des Papstes: Was verspricht er sich außer der “Einheit in Frieden” davon?
Den Frieden hat er jedenfalls damit nicht hergestellt, sondern das Gegenteil. Empörung und Proteste, nicht nur bei jüdischen Gläubigen, vor allem über die unerträglichen Äußerungen einer der Bischöfe zum Holocaust. Unabhängig davon, dass die Leugnung des millionenfachen Mordes an Juden während der NS-Zeit bei uns ein Straftatbestand ist, sehe ich im Lager der (Erz-)Konservativen in der katholischen Kirche die Tendenz, zur eigenen Profilstärkung den alten christlichen Antijudaismus hervorzuholen. Ebenso unbestreitbar wie unlösbar geht es hier um die Kernfrage, die so genannte Messias-Frage: Ist Jesus von Nazareth der im Alten Testament (der jüdischen Bibel) versprochene Erlöser (Messias, Gesalbter Gottes, lat. Christus)? Für die Juden ist die Antwort ebenso klar (NEIN) wie für die Christen (JA). Und das ist – vor allem für die Christenheit – das Problem. Denn das Judentum ist die ältere Religion, Jesus selbst war Jude. Wenn die Juden zu Recht bis heute auf den Messias warten, dann kann es ihrer Meinung nach Jesus nicht gewesen sein. Und das ist für Christen die schlimmste Form des Irrglaubens, also Verstocktheit, Nicht-glauben-wollen. Daraus erklärt sich – wohl angemerkt: nicht “rechtfertigt sich”(!) – der immer wieder in der Geschichte aufgetretene Hass von Christen auf Juden mit all den bekannten mörderischen Erscheinungen. Aber gerade die Geschichte zwischen 1933 und 1945 hat vernünftige Menschen beider Glaubensrichtungen dazu gebracht, das Verbindende zu betonen und zu pflegen und das unlösbar Trennende im Miteinander auszuklammern (nicht zu verdrängen oder zu vergessen). Und hier geht Papst Benedikt offensichtlich wieder in die alte Richtung, warum auch immer…


