Archiv: August 2008
Der Herr Professor hat sich zwar etwas Zeit gelassen, der eigentliche Eingriff hat höchstens 30 Min gedauert, insgesamt hab ich am Mi drei Stunden im Klinikum verbracht (ab 7:15 h!), dann konnte ich nach Hause. Die Leute waren alle sehr freundlich und gesprächig; gestern (Do) empfing mich die Schwester für den Verbandswechsel freudig: “Da ist ja mein alter Lehrer!” Es war eine ehemalige Schülerin von meiner ersten Dienststelle in Erkelenz. Tja, ich kann hinkommen, wohin ich will, irgendwer kennt mich. Hier was zum Gucken:
Meine Zurückhaltung, was Olympiabegeisterung angeht, ist bzw. war politisch bedingt. Ich kann mich nur nochmal wiederholen: Dieses Land hätte die Spiele nicht bekommen dürfen! Peinlich sind die Verbeugungen sämtlicher Kerners und Waldis sowie der Rogges, Bachs und Vespers vor den Machthabern. Wohltuend hebt sich da so ein tolles Weib wie Sabine Spitz ab, diese kleine Mountainbike-Kante mit ihrer Gold-Medaille: sie sagt ehrlich ihre kritische Meinung. Beeindruckt haben mich auch als Siegertypen Romeike, Steiner, Hollstein/Ihle und die junge Hockey-Herrenmannschaft. Soweit der Blick zurück.
Nun nach vorne geschaut: Morgen ist es endlich soweit, ich werde an meinem rechten “springenden” Mittelfinger operiert, ambulant, mit lokaler Betäubung… Mal schauen, wie’s wird.
Vor genau 40 Jahren wurde mein politisches Interesse geweckt: Es war die Niederwalzung des “Prager Frühlings” durch sowjetische Panzer. Die ganze Klasse diskutierte, man fing an, täglich die Zeitung zu lesen und Nachrichten im Fernsehen zu verfolgen. Interessant ist die momentane Parallelität des damaligen Ereignisses mit dem Verhalten der russischen Militärs zZ in Georgien.
Gestern Abend haben wir das “synphonieorchester Aachen” unter der Leitung von Marcus R. Bosch erlebt, es war ein schöner Genuss, besonders das Abschlussfeuerwerk zu Händels Feuerwerksmusik. Ein Hingucker und -hörer war auch die Solistin an der Violine, Natasha Korsakova.
Heute haben die olympischen Spiele aus deutscher Sicht nicht die besten Schlagzeilen geliefert: die Weltmeister sind raus (Handball) oder spielen nicht um Gold (Fußball-Mädels) oder haben gepatzt (Reiter), dafür gabs aber Silber beim Tischtennis, bravo!
… und die deutschen Fußballmädels im Halbfinale gegen Brasilien. So langsam macht Olympia doch hin und wieder Spaß. Auch wenn die beiden Wildwasser-Kanadier fast ertrunken wären und Florian Fabian H. schon wieder am Reck daneben gegriffen hat. Schaumermal, was noch so geht!
Schon in der Antike waren die Menschen nicht besser als heute; aber immerhin herrschte für die Dauer der olympischen Spiele Waffenruhe. Heute nutzen Politiker den Zeitpunkt der Spiele, um im Schatten des öffentlichen Interesses einen Krieg zu beginnen, bei dem schon mindestens 2000 Menschen, meist Zivilisten, gestorben sind. Es geht einmal mehr um Erdöl, Geld, Macht, um Bush und Putin, im geringsten um ein kleines Land, das Selbstständigkeit von Georgien will. Interessant ist die vordergründige Widersprüchlichkeit Putins im Vergleich zu Tschetschenien; hier verweigert man die Autonomiebestrebungen, da (Südossetien) unterstützt man sie (aber in beiden Fällen geht es ja um russisches Territorium, das man einerseits verlieren, andererseits zurückgewinnen könnte).
Bei der Gelegenheit mein Kommentar zu Olympia in Peking: Die Spiele hätten gar nicht dorthin vergeben werden dürfen. Mein Interesse hält sich jedenfalls in Grenzen.
Seit heute Abend bin ich ganz offiziell ein Adliger: Graf Egidius zum späten Aufstieg in Eschweiler, Sanfter Lander zu Aldenhoven. Möglich gemacht hat dies meine erste Ballonfahrt mit abschließender “Taufe”. Beurkundet ist das ganze auch. Es war jedenfalls ein tolles Erlebnis, alles Drum und Dran, Mitmachen beim Auf- und Abbau, die Stille oben in 2000 m Höhe, die tollen Bilder und Eindrücke. Wir können es nur empfehlen (Ballonträume Bachström!). Es war übrigens das Geburtstagsgeschenk unserer Kinder für mein “bestes Stück” zum runden Geburtstag. Danke, ihr Lieben, war ‘ne tolle Idee.
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