Archiv: Mittwoch, 20. Februar 2008
Erzbischof Zollitsch hat ohne direkten Anlass eine Diskussion angestoßen, die den erzkonservativen Kräften in der katholischen Amtskirche (= Priester, Bischöfe) nicht schmeckt. Aber er hat Recht, wenn er sagt, dass die Verpflichtung zur Ehelosigkeit (Zölibat) “theologisch nicht notwendig” sei. In der frühen Kirchengemeinde, der sog. Urgemeinde war es sogar so, dass man von einem Presbyter (Priester) die Eigenschaften eines guten Hausvaters erwartete, der zusammen mit seiner Frau sein Haus gut in Ordnung hielt. “Ein Leiter der Gemeinde (episkopos) … soll der Mann nur einer Frau sein…, jemand, der seinem eigenen Hause gut vorsteht, der seine Kinder in Gehorsam hält mit aller Ehrbarkeit. Wenn aber jemand seinem eigenen Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes Sorge tragen können?” (1 Tim 3, 2.4-5.12; Tit 1,6-9). Die “Ältesten” waren also kluge Hausväter, die zugleich ein führendes Amt in der Kirche hatten.
Erst im 11. Jh. wurde der Pflichtzölibat verbindlich für alle katholischen Geistlichen festgelegt; damals ging es schon um Besitz und Macht; Kinderlose hatten keine direkten Erben, so blieb der Reichtum ungeteilt im Besitz der Kirche…
Das 2. Signal von Bischof Zollitsch, das mir gefällt: Er möchte die Ökumene weiter voranbringen, prima, meine Unterstützung hat er. Ich wünsche ihm gutes Gelingen und den Beistand des Heiligen Geistes gegen alle Widersacher.

